Korea

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Der Koreakrieg -zwei unterschiedliche Perspektiven

Die Perspektive der Volksrepublik China

Die Volksrepublik China betrachtete Amerika als imperialistischen Aggressor, der sich nicht nur unberechtigterweise in innerkoreanische sondern auch in innerchinesische Angelegenheiten einmischte.

Vor allem die Unterstützung der Guomindang Jiang Kai-sheks auf Taiwan, dass mit amerikanischen Waffen eine Invasion der chinesischen Volksbefreiungsarmee mehrmals abwehren konnte, war der Führung der Kommunistischen Partei Chinas ein Dorn im Auge. Sie befürchtete sogar, bestärkt durch den Glauben an den aggressiven Charakter des amerikanischen Imperialismus, eine direkte Intervention der USA auf Seiten Jiang Kai-sheks.

Insbesondere die Verlegung von Flugzeugträgern der siebten US-Flotte in die Taiwanstraße unmittelbar nach dem Ausbruch des Koreakrieges stellte aus chinesischer Sicht eine Aggression dar, da das kommunistische China die Taiwanfrage eben als innerchinesische Angelegenheit betrachtete.

Als die von den USA geführten UNO-Truppen den 38. Breitengrad überquerten und die nordkoreanische Armee bis an den chinesisch-koreanischen Grenzfluss Yalu zurückgedrängt wurden, sah die VRChina ihre Sicherheitsinteressen verletzt, da es ein vereinigtes Korea unter US-Kontrolle nicht hinnehmen wollte.

Mao befürchtete, dass die Verlegung der siebten US-Flotte in die Taiwanstraße und der Eingriff in den Koreakrieg Teil einer amerikanischen Strategie sein könnten, sowohl in Korea als auch durch Unterstützung der Guomindang auf Taiwan einen großen Krieg gegen die VR China anzuzetteln, weshalb der Eingriff in den Koreakrieg aus chinesischer Sicht nur einen Präventivschlag gegen aggressive amerikanische Absichten darstellte.

Die amerikanische Perspektive

Bei der Einschätzung der amerikanischen Perspektive des Koreakrieges insbesondere zum Eingreifen der chinesischen Freiwilligenverbände sind auch amerikanische innenpolitische Gesichtspunkte zu berücksichtigen. Der republikanische Senator Joseph McCarthy hatte gerade in den USA seine Hetzjagd gegen Kommunisten in der Regierung und im öffentlichen Leben begonnen.

Die USA mussten gleichzeitig auch den Schock, der durch den Verlust Chinas an die Kommunisten entstanden war, verarbeiten. Den Vorwurf, „soft against communism” zu sein, konnte die damalige Truman-Regierung nicht auf sich sitzen lassen, wollte sie bei den Präsidentschaftswahlen 1952 eine Chance auf den Sieg besitzen.

Die herrschende westliche Meinung zu dieser Zeit ging von einem internationalen Kommunismus aus, der versuchte, nach und nach andere Länder auf seine Seite zu ziehen. Der Kampf Ho Chi Mins in Vietnam gegen die Franzosen und die Anerkennung seiner Regierung durch die Sowjetunion, der Bürgerkrieg der Kommunistischen Partei Chinas gegen die Guomindang, der Sowjet-Chinesische Freundschaftspakt  und der Angriff von Nord- auf Südkorea wurden als einheitliche, aggressive Strategie des Internationalen Kommunismus unter der Lenkung Moskaus gesehen, die „freie Welt” zu erobern.

Das Eingreifen in den Koreakrieg war also Teil einer Eindämmungsstrategie gegen das Vordringen des Kommunismus. Diese Strategie sollte bis in die 70er Jahre die diplomatischen Beziehungen zwischen der Volksrepublik China und den USA bestimmen.

Die USA verfolgten jedoch keine konsequente Politik in Korea. Ihr Ziel nach 1949 war es, im Rahmen ihrer Eindämmungspolitik gegen die UdSSR einen Schutzgürtel in Asien aufzubauen, dem die Philippinen und Japan angehörten, jedoch nicht Taiwan und Korea. Erst nach der Invasion Nordkoreas in den Süden wurde diese Strategie geändert.

Die USA standen vor einem Dilemma. Einerseits wollte man einen Präzedenzfall schaffen, um der Welt zu zeigen, dass die USA eine Ausweitung des Kommunismus nicht zuließ, andererseits wollte man keinen totalen Krieg in Asien gegen das kommunistische China und die Sowjetunion riskieren.

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